Der Reichstagsbrand

Jürgen Schmädeke

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"Wie Geschichte gemacht wird"

Zwischenbilanz zur Reichstagsbrand-Kontroverse

Das bezog sich insbesondere auf die kurz zuvor erschienene, in mancher Hinsicht bemerkenswerte Reaktion im "Spiegel", dessen Herausgeber Rudolf Augstein 1959 am Beginn der Reichstagsbrand-Serie verkündet hatte: "Über den Reichstagsbrand wird nach dieser SPIEGEL-Serie nicht mehr gestritten werden." Nun setzte man, wie es in der "Hausmitteilung" vom 9. April 2001 heißt, den "studierten Historiker" Klaus Wiegrefe, 35, auf die Spur, ließ ihn im Bundesarchiv, in der Gauck-Behörde, im Institut für Zeitgeschichte und im Privatarchiv von Tobias recherchieren13. Gänzlich unbeeindruckt blieb Wiegrefe offenbar nicht. Walther Hofer, dessen Forschungsgruppe des "Luxemburger Komitees" in früheren "Spiegel"-Artikeln als eine Art professioneller Dokumentenfälscher-Werkstatt erschien, faßte das Resultat aus seiner Sicht in der "Neuen Zürcher Zeitung" zusammen14: "Es wird Ballast abgeworfen. Eher nebenbei wird in dem Artikel ... nun eine ganze Reihe von längst feststehenden geschichtlichen Befunden akzeptiert, die man in Hamburg jahrzehntelang schlicht nicht zur Kenntnis nehmen wollte." Man mag das für ein wenig zu optimistisch halten, doch wagt Wiegrefe immerhin einen vorsichtigen Schritt zur richtigen Erkenntnis: "Einige Einwände, Widersprüche und Ungereimtheiten werden sich - wie bei allen großen Kriminalfällen - nie ausräumen lassen. Aber die These vom Alleintäter van der Lubbe bleibt die plausibelste Erklärung". Immerhin gilt sie jetzt also auch beim "Spiegel" nicht mehr als die einzig mögliche, von Tobias angeblich mit wissenschaftlicher Akribie bewiesene Lösung, sondern wird zu einer Frage der Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Die Schilderung des 27. Februar 1933 folgt freilich ganz der Dramaturgie von Tobias. Wiegrefe reichert sie noch mit kolportagehaften Zügen an: "Der Tag, an dem er Geschichte schrieb, begann für Marinus van der Lubbe im kleinen Obdachlosenasyl auf dem Hennigsdorfer Polizeigelände, in der Nähe von Berlin. Als er aufwachte, war es draußen noch dunkel, und der Februarfrost kroch durch die Türritzen in den kargen Schlafsaal. Er quälte sich aus dem Etagenbett gegenüber der Eingangstür, tauschte das weiße Nachthemd des Männerasyls gegen seine löchrige Hose, das schäbige braune Hemd und schlüpfte in die Schuhe; von einem löste sich die Sohle."

Man könnte meinen, der "Spiegel"-Historiker sei der zweite Asyl-Insasse gewesen und nicht jener im Asylbuch zusammen mit Lubbe eingetragene "Franz Waschitzki, 11.5.75 in Hoppenbruch geboren" - also in einem Vorort von Marienburg in Westpreußen - , dessen Spur Gestapo und Reichsgericht ebenso vertuschten wie später Tobias. Bei Tobias ist Waschitzki - dem falschen Gerichtsprotokoll folgend - ein "Arbeitsloser aus dem Nest Rottenbuch in Oberbayern mit dem unbayerischen Namen Watschinski"15. - In Marienburg war im übrigen von 1929 bis Anfang 1933 der Kriminalkommissar Walter Zirpins Leiter der Kriminalinspektion und des politischen Kommissariats, und eben dieser Zirpins hatte die erste nächtliche Vernehmung van der Lubbes am 27. Februar durchgeführt und damit die Verschleierung der Spur des "zweiten Mannes" Waschitzki eingeleitet. Zu glauben, daß all dies bedeutungslose Zufälle sein sollten, ist schwer.

Immerhin konzediert der "Spiegel" nun "ein Restquantum an widersprüchlichen Zeugenaussagen, abweichenden Spuren, unerklärlichen Hinweisen", die beim Reichstagsbrand "besonders zahlreich" seien. "Auf Druck Görings" hätten Kripo und Politische Polizei (die seit April 1933 Gestapo hieß und eine eigene Reichstagsbrandkommission gebildet hatte) "nach Helfern van der Lubbes unter den Kommunisten" gesucht, wobei sich immerhin "Beweise gegen die Alleintäterschaft" ergaben. Allerdings: "den positiven Beweis für andere Täter" vermöge man "aus den neuen Unterlagen nicht zu erbringen". Zu diesem Ergebnis kommt der "Spiegel"-Autor auch, indem er den dokumentarisch belegten genauen, gegen die Alleintäterschaft sprechenden Zeitberechnungen von Bahar und Kugel mit dem schlichten Argument begegnet, "dass auch die Uhren der Polizisten und Feuerwehrmänner nicht unbedingt genau gehen müssen". Den ebenfalls Lubbes Alleingang ausschließenden Brandexperten wird entgegengehalten, dass sie ihre Gutachten "in Hitlers Diktatur abgegeben" haben. Dass eine 1972 veröffentlichte Expertise vom Thermodynamischen Institut der Technischen Universität Berlin die Gutachten von 1933 bestätigt, fällt unter den Tisch. Der Brand im Plenarsaal "mit dem tonnenschweren Eichengestühl" bleibt unerklärt; er "verwandelte sich" eben "wenige Minuten später in ein Inferno".

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Dass der "Spiegel", der den HZ-Aufsatz bisher ignoriert hatte und auch jetzt weder Titel und Autoren noch das Erscheinungsdatum nannte, das neue Buch (zu dem ebenfalls die bibliographischen Angaben fehlten) zum Anlass eines Artikels nahm, dürfte auch mit den Irritationen um die Verleihung des Ludwig-Börne-Preises an den "Spiegel"-Herausgeber Rudolf Augstein zusammenhängen: Hersch Fischler,16 der zusammen mit Gerhard Brack seine eigenen Wege geht und seit langem auf Augsteins Spuren recherchiert, hatte an die "braune" Vergangenheit mancher "Spiegel"-Mitarbeiter der ersten Nachkriegsjahre erinnert, darunter die ehemaligen Pressechefs Goebbels', Wilfried von Oven, und Ribbentrops, Paul Karl Schmidt.17 Letzterer hatte 1944 Ratschläge zur propagandistischen Vorbereitung der Deportation der ungarischen Juden gegeben.18 Derselbe Provokations-Fachmann Schmidt (Paul Carell) war im "Spiegel" der erste Bearbeiter von Tobias' Manuskript mit der vom Brand angeblich überraschten Nazi-Führung gewesen.

Die durch diese Enthüllungen entfachte Pressediskussion führte zunächst, offiziell wegen einer Erkrankung Augsteins, zur Absage der Preisverleihung. Sie wurde dann am 13. Mai 2001 nachgeholt19 - nach dem Erscheinen der Artikel in der FAZ (deren Mitherausgeber Schirrmacher Augstein als Preisrichter ausgewählt hatte und der auch als Laudator auftrat) und im "Spiegel". Hier wurde nun erstmals, sogar mit einem kurzen Zitat, auf Schmidts Rolle von 1944 verwiesen, allerdings quasi entschuldigend hinzugefügt, die britische Militärregierung habe ihn 1950 der "Welt" empfohlen, "möglicherweise in Unkenntnis solcher Vermerke". Indes: Was wusste Augstein?

Nicht in der "Spiegel"-Story erwähnt war eine zweite Entdeckung von Brack und Fischler:20 Im Archiv des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) hatten sie eine Aktennotiz des damals 32jährigen IfZ-Mitarbeiters Hans Mommsen über die mit dem Instituts-Rechtsanwalt Delp im November 1962 erörterte Frage entdeckt, wie dem Historiker und Oberstudienrat Hans Schneider aus Freudenstadt der Auftrag zur Überprüfung der Tobias-Publikation entzogen werden und eine anderweitige Veröffentlichung seiner für Tobias vernichtenden Ergebnisse verhindert werden könnten. Schneider hatte in einem umfangreichen ersten Teil-Rohmanuskript, das noch im IfZ-Archiv vorhanden ist, Tobias eine Fülle von Fehlern und Textmanipulationen nachgewiesen.21 Mommsen kam nach der Rücksprache mit Delp zu dem Schluss, dass die Rechtslage einen solchen Entzug kaum möglich mache. Man könne aber versuchen, "Herrn Schneider zu einem Vergleich zu pressen", da "aus allgemeinpolitischen Gründen eine solche Publikation unerwünscht zu sein scheint". Vielleicht sei es angezeigt, "durch Druck auf Schneider vermittels des Stuttgarter Ministeriums" (also seiner obersten Dienstbehörde als Lehrer) und eine Abfindung von 5-6000 Mark diesen zum Nachgeben zu bringen. Notfalls seien "alle Druckmittel ..., auch da, wo sie einer endgültigen juristischen Nachprüfung nicht standhalten, auszuspielen".

Wie Schneiders Verzicht schließlich zustande kam, harrt noch der genauen Klärung. Die Institutsleitung des IfZ stellte bisher nur lapidar fest: "Diese ... Äußerungen von Hans Mommsen sind unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten völlig inakzeptabel."22 - Das seinerzeitige Ergebnis war: 1964 publizierte Mommsen seinen eigenen Aufsatz, wischte darin Schneiders Manipulations-Nachweise als eine "Reihe von durchweg unwesentlichen Zitier- und Übersetzungsfehlern" beiseite und bestätigte Tobias' Alleintäterschafts-Behauptung als wissenschaftlich gesicherte Lösung aller Rätsel.

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Mommsen sah sich durch das Aufsehen, das die Aktennotiz erregte, und das Buch von Bahar und Kugel schließlich zu etwas ausgiebigeren Reaktionen veranlasst: In einem Leserbrief in der "Welt"23 behauptete er zunächst, es sei "kein Tatbestand" vorgelegt worden, der die Alleintäterschaft "in Zweifel zieht"; die Aktennotiz habe nur "der Klärung der Rechtslage" gedient, "nachdem das Institut sich bereits von Hans Schneider getrennt hatte". In 4 ½-seitigen "Anmerkungen zu einer Donquichotterie" nahm er dann in der "Zeitschrift für Geschichtswissenschaft"24 ausführlicher, aber ohne die Aktennotiz-Affäre zu erwähnen, zu dem Buch Stellung und kam zu dem Schluss: "Daß es Bahar und Kugel gelungen ist, einen tragfähigen und plausiblen Nachweis für die NS-Täterschaft zu erbringen, wird man nach sorgfältiger Prüfung ihres Hypothesenkonglomerats, trotz der nominellen [sic!] akademischen Unterstützung, die ihm Jürgen Schmädeke zuteil werden ließ, nicht behaupten können."

Es folgt die Behauptung: "Wie häufig in der Geschichtswissenschaft ist die einfachste Problemlösung auch die wahrscheinlichste". Dass sie so "einfach" nur dank Tobias' massiver, von Mommsen nicht aufgedeckter Manipulationen erscheinen konnte, wird nicht erörtert. Die über 50.000 nun in mehr als 200 Bänden vorliegenden Seiten der Akten im Bundesarchiv werden durch die Behauptung relativiert, dass Tobias sie "mittels der Handakten Sack ... weitgehend rekonstruiert" habe. Dabei verschweigt Mommsen, dass die Exzerpte des Torgler-Anwalts Sack, der nur die Akten des Oberreichsanwalts auswerten durfte, ganze sechs Bände umfassten und dass sie primär der Verteidigung seines Mandanten dienten. Von den Protokollen der 57 Gerichtssitzungen kannte Tobias ganze sechs. Unverständlich erscheint Mommsen die Möglichkeit, dass die Voruntersuchungen, "die ja intern blieben", manipuliert sein könnten - obwohl auch gerade das von Bahar und Kugel belegt wird.

"Es würde zu weit führen, sich mit den in alle Richtungen gehenden Einzelheiten in der Argumentation der Autoren auseinanderzusetzen", entzieht Mommsen sich in einer Zwischenbilanz der Notwendigkeit zeitraubenden Aktenstudiums. So kann ihm ohne weitere Quellenkritik Hitlers "spontane Reaktion" als unzweifelhaft gelten; ferner habe Goebbels Ende 1932 andere Probleme gehabt, als "konspirative Pläne" zu schmieden; "absurd" erscheint Mommsen Görings von den Autoren berechnetes frühes Erscheinen im Reichstag ("Diese Behauptung trifft schlechterdings nicht zu"); die "fragwürdigen Spekulationen der damaligen Brandexperten" seien der "antikommunistischen Psychose" zuzuschreiben (das TU-Gutachten von 1972 bleibt unerwähnt); Lubbes "angeblich widersprüchliche Aussagen" seien "in bezug auf die Brandlegung im Plenarsaal eindeutig" (dabei sind sie hierzu besonders vage und konfus); für die Benutzung des Heizungstunnels gebe es "keine einzige Spur", die detaillierten Schilderungen des Nachtpförtners Adermann werden ohne Begründung zu "mehr als fragwürdigen Aussagen" abgewertet ("Wir ersparen uns, die leidige Sache darzulegen" hatte Mommsen zum Tunnel-Komplex schon 1964 vermerkt); die (von Wolfgang Wippermann gegen Tobias nachgewiesene25) Absetzung des Oberbranddirektors nach dem Brand aus politischen Gründen sei eine von Tobias widerlegte "Gempp-Legende".

Gisevius ist für Mommsen offenbar generell unglaubwürdig, Gewehrs nur teilweiser Erfolg vor Gericht gegen Gisevius ("... niemand könne gezwungen werden, etwas zu widerrufen, was möglicherweise wahr ist", hieß es im Urteil) genügt deshalb für die Feststellung seiner "Nichtbeteiligung", das Gleiche gilt für die (nicht nur auf Gisevius gestützte) "zweifelhafte Rall-Legende" von den selbstentzündlichen Brandmitteln. Eine Teilnahme Karl Ernsts, des Berliner SA-Chefs, für möglich zu halten, gilt als "abwegig", weil dieser ein "unanfechtbares Alibi" besessen habe (was, wie Bahar und Kugel belegen, gerade nicht der Fall war). "Groteske Blüten" treiben für Mommsen die "Anstrengungen der Autoren", NS-Kontakte Lubbes vor der Tat wahrscheinlich zu machen. - Insgesamt reicht Mommsen diese Aneinanderreihung zu dem apodiktischen Urteil, dass "nicht der geringste tragfähige Nachweis für die behauptete NS-Brandlegung erbracht wird". Dass sein Standpunkt hoch über allen "Detailquerelen" liegt, geht für Mommsen schließlich daraus hervor, dass "allgemeine Erkenntnisse über die Machteroberungsstrategie der NSDAP und die taktische Konstellation nach dem 30 Januar gegen deren Beteiligung am Reichstagsbrand" sprächen.

Einen Entlastungsangriff eigener Art haben kürzlich drei dem Institut für Geschichte der Universität Bochum, an dem Mommsens bis zu seiner Pensionierung seinen Lehrstuhl hatte, entstammende Nachwuchs-Historiker gestartet. Ein Interview mit Mommsen ("Ein zähes Bohren harter Bretter") beschließt den Band.26 "Es hat 40 Jahre gedauert, um die Reichstagsbrand-Legende einigermaßen aus der Welt zu bekommen", bekundet Mommsen darin. Auf die Frage: "Haben Sie einmal einen Kollegen als Lügner bezeichnet, als Fälscher, als Leugner?", folgt dann Mommsens Antwort: "Natürlich habe ich darauf hingewiesen, dass der sehr angesehene Herr Hofer - mit lauter Ehrenpositionen in der Schweizer Politik - auch die Calic-Fälschungen gedeckt hat. Insofern habe ich einen gewissen Vorwurf in bezug auf die intellektuelle Integrität des Kollegen Walther Hofer erhoben. Die Tatbestände sind inzwischen so klar, dass darüber nicht mehr zu reden ist, was aber das Historische Seminar der Freien Universität Berlin nicht daran hinderte, noch im Jahre 1998 Herrn Walther Hofer zu einem Festvortrag einzuladen."

Dass die vom "Zeit"-Historiker Janßen und vom FU-Professor Köhler behaupteten "Fälschungen" seit langem widerlegt sind, hat Mommsen offenbar bis heute nicht zur Kenntnis genommen. Von der FU-Einladung weiß man weder dort etwas, noch kann sich Hofer erinnern, sie bekommen zu haben.

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Was bleibt, ist ein Bild akademischer Auseinandersetzung, das nur deprimieren kann. Natürlich gehört der Streit der Meinungen und die Verteidigung des eigenen Standpunktes zum Fortschritt der historischen Erkenntnis, und dabei wird oft und von allen Beteiligten an dieser Kontroverse nicht mit harten Worten gespart. Voran hilft da nur die mühselige Kärrnerarbeit an den schriftlichen und mündlichen Quellenzeugnissen. Dieser Mühsal hat sich im Falle des Reichstagsbrandes seit vier Jahrzehnten systematisch nur eine Seite unterzogen und dabei eine Fülle von (im Detail durchaus unterschiedlich gewichtigen und stichhaltigen) Indizien für eine NS-Täterschaft und gegen einen Alleingang van der Lubbes zutage gefördert. Gleiches ist von der anderen Seite nicht bekannt. Ihre ganze Energie galt und gilt der Verteidigung ihres Erkenntnisstandes von 1960 mit allen Mitteln. Was zu ihrer Interpretation nicht passt, sind unwichtige Quisquilien oder gefälschte Papiere, allein Mommsens "neue Sicht der Machtergreifungsperiode", die "notwendig zur Alleintäterschaft führt", kann bestimmen, was richtig und wichtig ist.27 Solange dieser "Bann" nicht gebrochen wird, ist ein Ende des Streites nicht zu erwarten. Dass ein jüngerer "Spiegel"-Historiker, der sich im Bundesarchiv der Mühsal des Quellenstudiums unterzogen hat, solchen Absolutheitsanspruch jetzt relativiert hat, ist vielleicht ein kleiner Lichtblick.


13 Der Spiegel 15/9.4.2001, S. 3. Dazu Klaus Wiegrefe, Flammendes Fanal, 38-54. [Zurück zum Text]
14 Walther Hofer, Noch einmal: der Reichstagsbrand. Positionen und neue Zugeständnisse in der Debatte, in: NZZ 11.5.2001, S. 66. [Zurück zum Text]
15 Fritz Tobias, Der Reichstagsbrand. Legende und Wirklichkeit, Rastatt 1962, 565. Siehe dazu HZ-Aufsatz, 626-629. [Zurück zum Text]
16 In der "Spiegel"-Hausmitteilung vom 9.4.2001 werden Fischler und Dr. Brack zusammen mit den Buchautoren Dr. Bahar und Dr. Kugel als Gruppe "von vier akademischen Außenseitern" abqualifiziert, die Walther Hofer "lautstarke Schützenhilfe" geben. [Zurück zum Text]
17 Siehe etwa: Hersch Fischler, Der Spiegel und der Reichstagsbrand 1933, in: Wupper Nachrichten, Nr. 7-9/1966, 13.4.1966 ff., auch hier im "Reichstagsbrandforum". Lutz Hachmeister, Der Gegnerforscher, München 1998, 316 ff., geht ebenfalls den "braunen" Spuren im "Spiegel" nach. Vgl. auch Otto Köhler, Ganze Arbeit, in: Konkret 3/2001, 56-58; Holger Becker, Schlag in trübes Wasser, in: Journalist 2/Februar 2001, S. 32-33; Joachim Güntner, Fragen um Rudolf Augstein, in: NZZ 8.12.2000. [Zurück zum Text]
18 Notiz für Herrn Staatssekretär, 27.5.1944: Man solle dem zu erwartenden Geschrei der Gegner dadurch "vorbeugen ..., dass man äußere Anlässe und Begründungen für die Aktionen schafft, z.B. Sprengstoffunde in jüdischen Vereinshäusern und Synagogen, Sabotageorganisationen, Umsturzpläne, Überfälle auf Polizisten, Devisenschiebungen großen Stils mit dem Ziele der Untergrabung des ungarischen Währungsgefüges. Der Schlußstein unter eine solche Aktion müßte ein besonders krasser Fall sein, an dem man dann die Großrazzia aufhängt". (Staatsarchiv Nürnberg, NG-2424, Bl. 487137/38.) [Zurück zum Text]
19 Zur Kontroverse siehe z.B. Süddeutsche Zeitung, 6.11.2000 (Der Plural von Wahrheit), 31.1.2001 (Der Unruhestifter), 14.5.2001 (Spiegelfechterei). NZZ 8.12.2000 (Fragen um Rudolf Augstein). [Zurück zum Text]
20 Hersch Fischler, Die verflixte Aktennotiz, in: taz, 4./5.11.2000; Hersch Fischler/Holger Becker, "...aus allgemeinpolitischen Gründen unerwünscht", in: Die Weltwoche, Nr. 45/9.11.2000 (http://www.weltwoche.ch/4500/45.00.ku _mommsen.html; dort auch Mommsens Aktennotiz abrufbar. [Zurück zum Text]
21 Eine Kurzfassung Schneiders ("Schein und Wirklichkeit in Fritz Tobias' Buch Der Reichstagsbrand"), von 1969 ist jetzt hier im "Reichstagsbrandform" nachzulesen. [Zurück zum Text]
22 VfZ 49/3 (Juli 2001), 555. [Zurück zum Text]
23 Meine Reichstagsbrand-These bleibt richtig, in: Die Welt, 22.1.2001. Vgl. auch: Ders., Nichts von Manipulation, in: taz, 25./26.11.2000. [Zurück zum Text]
24 Nichts Neues in der Reichstagsbrandkontroverse. Anmerkungen zu einer Donquichotterie, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 45 (Heft 4/2001), 252-357. [Zurück zum Text]
25 Wolfgang Wippermann, Oberbranddirektor Walter Gempp: Widerstandskämpfer oder Krimineller? Kein Beitrag zur Reichstagsbrandkontroverse, in: Berlin-Forschungen III, Berlin 1988, 207-229. [Zurück zum Text]
26 Tillmann Bendikowski/Arnd Hoffmann/Diethard Sawicki, Geschichtslügen --Vom Lügen und Fälschen im Umgang mit der Vergangenheit, Verlag "Westfälisches Dampfboot", Münster 2001, 133-145. [Zurück zum Text]
27 Hans Mommsen 1986: "Denn es gibt keine neuen, meine Interpretation von 1964 grundlegend in Frage stellenden Argumente und Materialien (es sei denn solche von zweifelhaftem und in einigen Fällen mit Sicherheit ohne jeden Quellenwert) ...", in: Uwe Backes u.a., Reichstagsbrand. Aufklärung einer historischen Legende, München 1986, S. 253. Diese Einstellung gilt, wie seine neuesten Beiträge zeigen, offenkundig auch für die Akten von 1933 im Bundesarchiv. [Zurück zum Text]


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