Der Berliner Schlossplatz
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Nutzungskonzept der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB)

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Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin soll auf den Schlossplatz!

Geschichte der ZLB | Bibliothek für alle | Vorteile | Belebte Mitte | Verknüpfung von Geschichte und Zukunft | ZLB als finanzierter Träger | Der Schlossplatz als offener, demokratischer Platz | Kultureller und touristischer Treff

Sie kennen die Amerika-Gedenkbibliothek am Halleschen Tor in Kreuzberg, weil Sie diese Westberliner Einrichtung in Ihrer Jugend genutzt haben oder vielleicht noch heute dorthin gehen?

Sie kennen die Berliner Stadtbibliothek im Marstall an der Breiten Straße in Mitte, die Sie in Ostberlin während Ihres Studiums besuchten und die Sie vielleicht noch heute nutzen?

Beide Bibliotheken sind mit ihren Menschen und Medien aus Ost und West seit Oktober 1995 unter dem Namen Stiftung Zentral- und Landesbibliothek zusammengeführt und umstrukturiert worden. Jetzt brauchen sie ein gemeinsames Haus in der Mitte Berlins, eine neue Bibliothek auf dem Schlossplatz!

Die Zentral- und Landesbibliothek entstand 1901

Vor fast 100 Jahren, am 6. Juni 1901, beschloss die Stadtverordnetenversammlung von Berlin die Gründung der Berliner Stadtbibliothek. 1907 in der Zimmerstraße eröffnet, konnte sie den Ansturm der Berliner bald nicht mehr bewältigen. Doch nachdem im Juni 1914 die Stadtverordnetenversammlung die Errichtung eines eigenen Gebäudes für die Bibliothek beschlossen hatte, machte der Erste Weltkrieg diese Pläne zunichte. 1920 zog die Stadtbibliothek in das Marstallgebäude, 1929 wurde ihr wieder ein neues Bibliotheksgebäude in Aussicht gestellt, doch die Wirtschaftskrise verhinderte dies. Pläne für einen Neubau gab es auch 1938 - durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 wurden sie nicht realisiert. 1943 wurden das Marstallgebäude und ein Teil des Bibliotheksbestandes durch die Bomben zerstört. Schon bald nach dem Krieg eröffnete die Bibliothek 1945 in der ehemaligen Sattelkammer des Marstalls erneut ihre Leihstelle.

Die Spaltung der Stadt, Ende 1948, hatte auch Einfluss auf die Berliner Stadtbibliothek, die an Westberliner keine Bücher mehr entleihen durfte. Daraufhin entschied der Senat von Berlin (West) 1952 das Angebot der USA anzunehmen, eine große öffentliche Bibliothek als Dank für das Durchhalten während der Luftbrücke und als Zeichen für Demokratie und freien Zugang zu Literatur zu bauen, die Amerika-Gedenkbibliothek als Pendant zur Berliner Stadtbibliothek. Die 1954 eröffnete AGB war eine der ersten großen Freihandbibliotheken Deutschlands, zu der jahrzehntelang Fachleute des In- und Auslands pilgerten. Im Ostteil erhielt 1966 die Berliner Stadtbibliothek einen in den Marstall eingesetzten Neubauteil mit Ausstellungshalle und Lesesaal, musste aber die ansonsten schlechten räumlichen Bedingungen im Marstall weiter akzeptieren. Bis 1989 wurde wegen der Platznot in der AGB ein Anbau geplant. Das Modell zeigt einen kühnen Entwurf, doch das Geld wurde mit der Wiedervereinigung gestrichen. Auch eine Hofüberdachung im Marstall für die Berliner Stadtbibliothek, Anfang der neunziger Jahre noch geplant, fiel dem Rotstift zum Opfer.

Beide Bibliotheken hatten in den jeweiligen Stadthälften die gleiche Funktion: Sie waren Dienstleister für die selbstständigen Bezirksbibliotheken und sicherten die Literatur- und Medienversorgung der Berliner Bevölkerung auf hohem Niveau. So spielten z. B. beide Musikbibliotheken eine wichtige Rolle in der Entwicklung neuer Musik in Berlin und beide Häuser galten als offen und unkompliziert nutzbar.

Mit der Zusammenführung von Amerika-Gedenkbibliothek und Berliner Stadtbibliothek 1995 in der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek ist nicht nur die alte einheitliche Konzeption der großen öffentlichen Zentralbibliothek für Berlin in neuer Form wiedererstanden, es ist auch zum ersten Mal eine echte Landesbibliothek für Berlin begründet worden, wie sie in anderen Bundesländern schon viel länger existiert. Als wissenschaftliche Universalbibliothek stellt die ZLB Literatur und Information zu allen Fachrichtungen von Kunst bis Technik zur Verfügung. Sie sorgt für die regionale Sammlung mit einem Berliner Pflichtexemplarrecht, der Berlin-Bibliographie, einem Zentrum für Berlin-Studien und einer Sammlung Berliner Nachlässe und Stiftungen.

Das Angebot der ZLB - für alle in Berlin

Einen einzigartigen Medienmix bietet die ZLB den Berlinern: Reiseliteratur und technische Normen, Spielfilme und Managementliteratur, Originalgrafiken und Lernsoftware, Romane und elektronische Zeitschriften, Musiknoten und Internet, Schallplatten und Informatik-Handbücher, Klaviere zum Üben und Zeitungen, DVDs und Bilderbücher, Gesetzestexte und Sprachkurse, Hörbücher und medizinische Fachzeitschriften usw.

Auf den vier Stufen der Literaturversorgung für Berlin hat die Zentral- und Landesbibliothek die Aufgabe, die Stufen eins bis drei durch diesen Medienmix abzudecken. Auf den Stufen eins und zwei sollen der Grundbedarf und der erweiterte Bedarf an Medien gedeckt werden, hier gilt es, die allgemeinbildende und populärwissenschaftliche Literatur in jedem Fach zu beschaffen, allerdings nicht in der hohen Staffelung, wie sie die Bezirksbibliotheken mit ihren Zweigbibliotheken abdecken sollten. Besonders wichtig ist der Auftrag, die zentrale Kinder- und Jugendbibliothek auszubauen und mit neuen Medien zu versorgen.

Auf der dritten Stufe - die Stufe der speziellen Literaturversorgung - liegt der Schwerpunkt der ZLB in ihrem Bestand an deutschsprachiger, allgemein wissenschaftlicher Sachliteratur aller Fächer. Ein stetig wachsender Bestand in den wichtigsten europäischen Sprachen entwickelt sie nach den vorhandenen Möglichkeiten. Sie versorgt damit jeden interessierten Berliner, von der Ausbildung bis zur beruflichen Weiterbildung oder in seiner beruflichen Tätigkeit: Den Rechtsanwalt oder Arzt, den Künstler und Musiker, die Lehrer und Computerspezialisten. Damit unterscheidet sie sich von den Hochschulbibliotheken, die sich auf der Stufe drei der Literaturversorgung an den Anforderungen von Studium und Lehre ihrer Hochschule orientieren.

Durch eine professionelle Informationsbeschaffung über Datenbanken und aus dem Internet entwickeln sich zunehmend Dienstleistungen die neue Kompetenzen und neue Techniken erfordern. Der Umbruch im Publikationssektor führt nicht zu einer Abschaffung der Bücher, sondern zu einer Zunahme der Buchproduktion bei gleichzeitigem Anstieg digitaler Publikationen und stellt damit die Zentral- und Landesbibliothek Berlin vor die Beherrschung aller Medien bis hin zur Bewältigung multimedialer Angebote. In einer Übergangszeit bietet sie daher den Lesern der ZLB zusätzlich besonderen Service und Schulung.

Eine Bibliothek für den Schlossplatz

Die ZLB erfüllt alle wichtigen Forderungen für eine Nutzung des Schlossplatzes:

  • Allgemeine Belebung des Platzes
  • Verknüpfung von Geschichte und medialer Zukunft
  • Gesicherte Institution und Finanzierbarkeit
  • Offene, attraktive und demokratische Mitte
  • Kultureller und touristischer Treff

Die ZLB verfolgt das Konzept einer offenen, multimedialen Bibliothek. Dadurch entspricht sie den Forderungen, Ideen und Ansprüchen, die für die Nutzung des Schlossplatzes, der nicht nur Mitte der Hauptstadt ist, sondern als öffentlicher und historischer Ort das vereinte Deutschland repräsentiert, erwartet werden. Ihre Aktivitäten in der digitalen Welt verknüpft sie mit der Tradition ihrer Sammlungen.

Allgemeine Belebung der Mitte

Die Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin stellt heute mit über 2,3 Millionen Medien über die Grenzen Berlins hinaus die größte öffentliche Zentralbibliothek der Bundesrepublik dar. Über drei Millionen Ausleihen - ein neuer Rekord in 1999 - zeigen den Bedarf dieser Dienstleistung in Berlin und seinem Umland. Von Montag bis Samstag kommen 5.000 - 7.000 Besucher täglich in die Bibliothek und nutzen das vielfältige Angebot in beiden Häusern, während zusätzlich täglich über 2.000mal die Webseiten der ZLB aufgerufen werden. So kann die ZLB die Belebung des Schlossplatzes real und virtuell sichern.

Die Zentral- und Landesbibliothek ist die meistbesuchte Kultureinrichtung der Stadt Berlin. Menschen aller Schichten, Altersgruppen, Nationalitäten, Kulturen und Lebensstilen suchen sie auf. Doch die Teilung der Stadt spiegelt sich immer noch in ihrem geteilten Bestand in zwei Häusern in Ost und West wider.

In einem neuen Gebäude auf dem Schlossplatz können über 10.000 Besucher täglich erwartet werden. Für sie bietet die ZLB einen öffentlichen Raum für ein städtisches Leben, das durch immer stärker werdende Beschleunigung geprägt ist. Zur Bewältigung dieser Beschleunigung haben die Menschen in der ZLB sowohl die Möglichkeit der schnellen globalen Information und Raum für Kommunikation. Sie wird ihnen ebenso Zonen der Entschleunigung - Raum für Kreativität und zum Denken bieten können.

Neben ihrem umfassenden Bildungsauftrag ist eine Bibliothek wie die ZLB immer ein lebendiger Treffpunkt für Kultur. Sie vereinigt die Kulturaktivität der Stadt in ihrer Sammlung: Gedichte, die in Literaturhäusern gelesen werden, Ausstellungskataloge der Künstler und der Museen der Stadt, ihre Opern- und Konzertaufführungen auf CD, Noten für die Laiengruppen, Videos der Filme und die Romane der Berliner Autoren. Sie bewahrt diese Produkte Berliner Kultur auf und gibt zugleich mit der Bereitstellung dieser Medien aus der Mitte der Stadt heraus neue Impulse in die Kulturszene. Sie ist ein Focus kultureller Vielfalt.

Verknüpfung von Geschichte und Zukunft

Die ZLB repräsentiert mit ihrem umfangreichen und vielseitigen Medienbestand eine Verbindung zwischen Historie und Zukunft. In ihrem Besitz sind einige der ersten in Berlin erschienenen Drucke, hergestellt von Druckern die ganz in der Nähe des Schlossplatzes in der Mitte Berlins ihre Werkstätten betrieben. Nach ihrer Gründung 1901 hat die geistige Elite der Stadt die Bibliothek nicht nur genutzt, sondern ihr auch Sammlungen und Stiftungen hinterlassen, die von der Geschichte und Entwicklung der Stadt zeugen, eine Tradition, für die sie auch die heutigen Persönlichkeiten der Stadt wiedergewinnen will.

Bestände der ersten Berliner Gymnasien befinden sich ebenso in ihrer Obhut wie eine Plakatsammlung der Revolution von 1848, Bibliotheken und Nachlässe von Berliner Dichtern, Wissenschaftlern und Stadtverordneten. Aufgrund ihrer Entstehung vereint sie in sich einzigartige Sammlungen und Bestände aus beiden Teilen Deutschlands. Immer wieder werden einzelne Stücke ihrer Sammlungen europaweit in Ausstellungen gezeigt. Die ZLB ermöglicht durch ihr zunehmend multimediales Angebot einen öffentlichen Zugang zu innovativen Techniken und zur Vielfalt der Medien. Auf dem Schlossplatz setzt sie in der Mitte Berlins, an historischer Stelle, ein Zeichen für eine moderne Demokratie und für die Offenheit der Stadt und des vereinten Deutschlands - gerade und besonders vor dem Hintergrund der Geschichte, die sie in ihrem Bestand bewahrt.

Neben der auf ganz Deutschland bezogenen allgemeinen Sammlung der Bibliothek wird mit dem Gesetz über die Ablieferung von Pflichtexemplaren vom 29. November 1994 von der ZLB eine Aufgabe wahrgenommen, die die Landesbibliotheken der anderen Bundesländer teilweise seit Jahrhunderten besitzen: Die Sammlung aller im Land erscheinenden Veröffentlichungen. Über die alte Magistratsbibliothek, spätere Ratsbibliothek, wurde eine solche Tradition begründet, die allerdings durch die Vernichtungen im Krieg, Verlust nach dem Krieg sowie durch die Teilung der Stadt Schaden genommen hat.

Heute hat die Berliner Zentral- und Landesbibliothek eines der modernsten Pflichtexemplargesetze Deutschlands, das auch die Ablieferung digitaler Veröffentlichungen bestimmt. So heißt es konkret zur Ablieferungspflicht, dass von allen mittels eines Vervielfältigungsverfahrens in Berlin hergestellten und zur Verbreitung bestimmten Texten unaufgefordert innerhalb von zwei Wochen ein Pflichtexemplar abgeliefert werden muss, wobei als Texte im Sinne des Gesetzes auch Daten- und Tonträger, bildliche Darstellungen mit und ohne Schrift und Musikalien gelten.

Durch dieses Pflichtexemplarrecht erhält die ZLB Medien aus allen vier Stufen der Literaturversorgung. Sie pflegt und bewahrt sie, um auch am Ende dieses neuen Jahrhunderts darstellen zu können, was in Berlin heute veröffentlicht wird - sie garantiert das Gedächtnis Berlins. Da auch jede in Berlin produzierte Musik-CD sowie digitale Medien dazugehören, kann eine wirkliche Vielfalt präsentiert werden, teilweise auch auf der vierten Stufe - die den hochspeziellen Bedarf der wissenschaftlichen Literaturversorgung decken soll. Dieser wird in Berlin sonst vorwiegend durch die Staatsbibliothek zu Berlin realisiert, die in fast alle Sprachen der Welt hochspezielle wissenschaftliche Literatur beschafft und für das rein wissenschaftliche Arbeiten vorbehalten ist.

Die ZLB bietet Literatur und Medien zur Berliner Geschichte in ihren Historischen Sondersammlungen und in ihrem Zentrum für Berlin-Studien (ZBS) für die Berliner und ihre Gäste, für Schulklassen und Wissenschaftler, für Berlin-Stipendiaten und für Online-Anfragen. Ihre Web-Ausstellung "Emil und die Detektive" mit historischen Berlinbildern wurde sogar in den USA und in Kanada als Tipp des Monats gehandelt. Sie stellt durch ihre kostbaren und umfangreichen Sammlungen zur Geschichte Berlins einen Anziehungspunkt zur Erforschung Berlins für Berliner und Berlin-Besucher dar - auf dem Schlossplatz würde dies an einer historischen Stelle geschehen, aus dem der Wandel der Stadt abzulesen ist und wo sie dennoch die Erinnerung an ihren Ursprung bewahrt. Als echte Landesbibliothek präsentiert sie Berlins Veröffentlichungen in Wissenschaft und Kultur über die Jahrhunderte und in der Zukunft. Mit ihrem multimedialen Ansatz vermittelt sie als Informationsbrücke in die Welt auch die digitalen Aktivitäten Berlins durch die Bearbeitung internationaler Anfragen über ihren Berlin-Counter.

Die Zentral- und Landesbibliothek als finanzierter Träger für eine neue Bibliothek auf dem Schlossplatz

Die Zentral- und Landesbibliothek ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts und damit ein dauerhaft existenter Partner für die Mitte Berlins. Sie ist ein langjähriger Garant für die Belebung des Schlossplatzes unabhängig von den Strömungen der Zeit und doch auf sie flexibel reagierend und sie aufnehmend. Als offene multimediale Bibliothek in einem Gebäude für über 10.000 Besucher täglich benötigt die ZLB eine Hauptnutzfläche von 50.000 qm.
Die Stiftung nutzt heute einerseits das Haus Amerika-Gedenkbibliothek am U-Bahnhof Hallesches Tor andererseits den Marstall-Komplex und das Ribbeck-Haus für das Haus Berliner Stadtbibliothek mit dem Zentrum für Berlin-Studien. Teilweise völlig überfüllte Leihstellen und angemietete Außenmagazine belegen die engen räumlichen Verhältnisse, die einen Neubau dringend erforderlich machen.
Beide Gebäudekomplexe können für den Neubau der ZLB durch Verkauf zur Finanzierung von zwei Dritteln der notwendigen Bausumme beitragen. Das letzte Drittel könnte über einen Zeitraum von zehn Jahren durch Mietbelastungen aufgebracht werden.

Der Schlossplatz als offener, demokratischer Platz in der Mitte Berlins

Durch ihren Auftrag als öffentliche wissenschaftliche Bibliothek tritt die Zentral- und Landesbibliothek für Demokratie und Offenheit in der heutigen Wissensgesellschaft ein. Als multimediale Kultureinrichtung strebt sie nicht nur danach, die Tradition des Buches zu bewahren, sondern durch die Förderung neuer Medien so vielen Menschen wie möglich den Zugang zu neuen Informationsquellen zu öffnen und somit der ständig zunehmenden Wissensnachfrage in unserer Gesellschaft gerecht zu werden. Sie beginnt damit bei den Kindern und Jugendlichen und führt ihr Konzept konsequent auch für interessierte Senioren durch. Niemand ist ausgeschlossen, denn die ZLB dient der die Gesamtbevölkerung Berlins, vom Kind bis zum spezialisierten Wissenschaftler.

Auf dem Schlossplatz - in der ideellen Mitte Berlins und des vereinten Deutschlands - repräsentiert sich die ZLB als Garant für die Sicherung eines der Basiselemente unseres demokratischen Systems, nämlich der kulturellen Chancengleichheit in der umfassenden Informations- und Wissensbeschaffung. Sie stellt sich damit in die Tradition ihrer Gründer von 1901 und von 1952, als das amerikanische Volk Spenden zu Errichtung der Amerika-Gedenkbibliothek sammelte, um den Berlinern nach der nationalsozialistischen Diktatur und im Gegensatz zur Beschränkung im Ostteil der Stadt einen neuen freien Zugang zur internationalen Literatur, Kunst und Musik zu bieten. In diesem Sinn gilt auch für die ZLB in Zukunft der Spruch, der in die Wand der Amerika-Gedenkbibliothek eingemeißelt ist:
  "Diese Gründung beruht auf der unbegrenzten Freiheit des menschlichen Geistes, denn hier scheuen wir uns nicht, der Wahrheit auf allen Wegen zu folgen und selbst den Irrtum zu dulden, solange Vernunft ihn frei und unbehindert bekämpfen kann."

Kultureller und touristischer Treff

Die Zentral- und Landesbibliothek ist allen Menschen offen zugänglich und belebt den städtischen Raum kulturell nicht nur durch ihren attraktiven Medienbestand, sondern auch durch lebendige Veranstaltungen und Ausstellungen, durch Seminare und Konferenzen. Im neuen Gebäude auf dem Schlossplatz können diese Aktivitäten noch ausgebaut und vielfältiger werden. So haben heute die Bibliotheken der großen Metropolen der Welt nicht nur mehrere Konferenzräume und Ausstellungsbereiche, häufig sind auch Theaterräume für freie Gruppen und Restaurants einbezogen. Kooperationen wie der Internet-Salon, die Multimediawoche für die Jugendbibliothek, Autorenlesungen und Musikveranstaltungen prägen schon heute die Aktivitäten der ZLB ebenso wie internationale informationswissenschaftliche Seminare, Sitzungen von Ausschüssen der Kultusministerkonferenz oder Veranstaltungen der Bundesbehörden und der Botschaften. Der Bestand an fremdsprachigen Medien, die hochwertige Videosammlung und die attraktiven Medienangebote machen die ZLB zu einen kulturellen Treffpunkt der Nationen, aus dem heraus neue künstlerische und wissenschaftliche Werke entstehen und präsentiert werden können. Auch in der internationalen Zusammenarbeit zwischen Bibliotheken und Informationseinrichtungen ist die Zentral- und Landesbibliothek Berlin ein verlässlicher Partner. Sie ist durch ihre erfolgreiche Ost-West-Vereinigung anerkannt, fest in aktive internationale Kooperationen eingebunden und in internationalen Gremien vertreten. Dies sichert auch langfristig ihre Teilnahme an einer innovativen globalen Entwicklung.

Die touristische Attraktion eines Pressecenters und eines Internetcafés in der Bibliothek auf dem Schlossplatz wird durch das speziell auf Berlin bezogene Angebot des Zentrums für Berlin-Studien (ZBS) ergänzt und könnte idealerweise durch einen Stützpunkt der Berlin-Information komplettiert werden. So wird die Mitte Berlins zu einem Treffpunkt der Welt auf dem Schlossplatz und zum Ausgangspunkt ‚virtueller Reisen' in die globale Welt.

Die Zentral- und Landesbibliothek erfüllt alle Kriterien, die eine sinnvolle Nutzung auf dem Schlossplatz erfordert und sie tritt für jede gute bauliche Lösung auf dem Schlossplatz ein, die ihr genug Raum für das multimediale Konzept lässt. Durch ihr vielfältiges Angebot kann sie mit jeder anderen kulturellen oder wirtschaftlichen Nutzung zusammengehen und eine attraktive Partnerschaft anbieten.

Berlins Zentral- und Landesbibliothek - eine Chance für den Schlossplatz!

Claudia Lux
Generaldirektorin der ZLB
lux@zlb.de
 


http://www.zeitreisen.de/schlossplatz/bibliothek/index.html / Update: 19.4.00
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