Der Berliner Schlossplatz
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"Hundebrücke" (spätere "Schloßbrücke")

Die Hundebrücke entstand im Zuge des Memhardt'schen Festungsbaus (1658-1683) zwischen Zeughaus und Schloss. Sie war eine hölzerne Zugbrücke; ihr ursprünglicher Name ergab sich aus der Tatsache, daß sie als Sammelpunkt für die königliche Hundemeute vor dem Ausritt in den Tiergarten, der damals noch ein Waldrevier war, das bis an den westlichen, den Lustgarten begrenzenden Spreearm reichte, diente. Die "Hunde-" bzw. seit 1822 "Schloßbrücke" bildet den östlichen Ausgang der Straße "Unter den Linden".

Hundebrücke
Die Hundebrücke, 1800
Historische Postkarte (Zentrum für Berlin-Studien)

Den ersten Umbau erlebte sie 1738 unter Friedrich Wilhelm I. Ihr heutiges Erscheinungsbild mit der gußeisernen Brüstung, den acht Granitsockeln und den Marmorfiguren wurde 1819 von Schinkel entworfen und ab 1821 verwirklicht. Auch damals war sie noch als bewegliche Brücke konzipiert; so wurde der mittlere Brückenbogen durch Aufzugsklappen ersetzt, die sich je nach der Bewegungsrichtung des Schiffes nacheinander aufziehen ließen, so daß der Verkehr nicht angehalten werden mußte. Die Aufzugsklappen fielen später weg.

Schloßbrücke
Die Schlossbrücke, um 1840, rechts im Hintergrund die Schloss-
freiheit und das Schloss, nach einer Zeichnung von Lütke
Historische Postkarte (Zentrum für Berlin-Studien)

Die "Schloßbrücke" wurde am 28. November 1823, dem Tag an dem Prinzessin Elizabeth von Bayern, die Frau Friedrich Wilhelm IV. in Berlin einziehen sollte, eingeweiht.
Sie sollte als Denkmal für die Befreiungskriege dienen, und so waren schon in Schinkels Konzeption Marmorgruppen von Kriegern und Siegesgöttinnen geplant, die allerdings erst nach seinem Tod, unter Friedrich Wilhelm IV., ergänzt wurden. Wie Bogdan Krieger darüber zu berichten weiß,

    "erregte die Nacktheit der Figuren Anstoß. Die Befürchtung, die guten Sitten der Berliner und der Berlinerinnen könnten durch den Anblick der Statuen gefährdet werden, ließ [...] den Kultusminister von Raumer beim Könige beantragen, die Gruppen wieder zu entfernen und im Zeughaus zu verschließen." (Krieger, S.100)
Während des 2. Weltkrieges wurden die Figuren zu ihrer Sicherheit abgebaut und im westlichen Teil der Stadt verwahrt und erst 1981, zum 200. Geburtstages Schinkels, von dort zurückgeführt. Sie wurden 1984 schließlich wieder auf der Brücke aufgestellt.
 
 


http://www.zlb.de/schlossplatz/geschichte/hundebruecke.htm / Update: 15.3.00
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