Der Berliner Schlossplatz
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Berliner Stadtschloss

Bereits am 31. Juli 1443 wurde der Grundstein für das Berliner Stadtschloss gelegt. Mit dem Bau dieses Schlosses reagierte der Hohenzollern-Kurfürst Friedrich II. auf die Streitigkeiten der Doppelstadt Berlin/Cölln; die "Zwingburg" sollte der Selbständigkeit beider Städte entgegenwirken. Trotz der Unruhen des "Berliner Unwillens" von 1448, bei denen die Baustelle des Schlosses durch die Öffnung der Stadtschleuse unter Wasser gesetzt wurde, zog der Kurfürst 1451 in seine neue Residenz ein.

Ab 1538 wurde mit dem Abbau der ursprünglichen alten Zwingburg begonnen, und das Schloss nahm nach und nach die Gestalt eines prächtigen Renaissance-Schlosses an. Unter Kurfürst Joachim II., der für seine Vorliebe für Prunk bekannt war, wurde die ehemalige Burg in eine große symmetrische Anlage umgebaut, die mit aufwendigen Rundtürmen und Bogengalerien ausgeschmückt wurde. Die aufwendige prunkvolle Residenz brachte für die Stadt Berlin allerdings eher Nachteile mit sich, denn während sie für die Schlosswache aufkommen mußte, entgingen ihr wichtige Steuereinnahmen, von denen der Adel rund um das Schloss befreit wurde (siehe auch "Schloßfreiheit").

Schloss Joachim II.
Schloss Joachim II. um 1570
Historische Postkarte (Zentrum für Berlin-Studien)

Nach dem Tod Joachims II. wurde der Schloßbau kontinuierlich erweitert und z.B. 1585 um den "Apothekerflügel" ergänzt. Nach dem 30jährigen Krieg, unter Friedrich Wilhelm I. war es vor allem Johann Gregor Memhardt, der den Schloßausbau vorantrieb.

Das Kurfürstliche Schloss
Das Kurfürstl. Schloss, Dom u. Lange Brücke um das Jahr 1690,
Nach einer Zeichnung von Stridbeck
Historische Postkarte (Zentrum für Berlin-Studien)

"Seine endgültige monumentale Gestalt als größtes Barockbauwerk nördlich der Alpen erhält das Schloß - seit 1701 mit der Ausrufung des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III. zum König Friedrich I. von Preußen königliche Residenz - durch den aus Warschau angereisten Baumeister Andreas Schlüter." (Schubert, S.33)

Eosanderportal
Westseite des Schlosses mit dem Eosanderportal, einer Nach-
bildung des Triumphbogens d. Kaisers Septimus Severus in Rom,
erbaut v. Eosander gen. Göthe 1712
Historische Postkarte (Zentrum für Berlin-Studien)

Am 18. März 1848, im Verlauf der "Märzrevolution", [Umfangreiche Informationen und zahlreiche Abbildungen zum Thema "Märzrevolution" bietet die Webausstellung "4 x 1848 - Geschichten aus der Berliner Märzrevolution".] wurde die Proklamation Friedrich Wilhelms IV. zur Gewährung von Reformen vom Balkon des Schlosses zur Menschenmenge, die sich auf dem Schloßplatz versammelt hatte, verlesen, doch als die Kavallerie plötzlich gegen die unbewaffneten Zuhörer vorging und Schüsse fielen, war das der Auslöser für die schlimmsten Straßenschlachten dieser Zeit, denen letztendlich an die 300 Menschen zum Opfer fielen.

Am 1. August 1914 war der Balkon des Stadtschlosses Ort der Ansprache Kaiser Wilhelms II. zum Beginn des Ersten Weltkrieges.
 
 


http://www.zlb.de/schlossplatz/geschichte/stadtschloss.htm / Update: 15.3.00
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