Der Berliner Schlossplatz
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"Wasserkunst"

Die "Wasserkunst" wurde am Ende des 16. Jahrhunderts erbaut; sie war ein Turm, in dem das Wasser, das für die Bewässerung der königlichen Gärten aber auch für den Bedarf im Schloss gebraucht wurde, aus der Spree in die Höhe gepumpt wurde. Die "Wasserkunst" wurde nach Mangelerscheinungen 1617 rundum erneuert. Da in diesem Turm auch die kurfürstliche Münzwerkstatt untergebracht war, wurde er ab Anfang des 18. Jahrhunderts auch "Münzturm" genannt.

Münzturm
Die kurfürstliche Freiheit in Kölln a. d. Spree i. J. 1690,
rechts der Münzturm
Historische Postkarte (Zentrum für Berlin-Studien)

Dieser sollte im Zuge der Schlosserweiterung 1701 durch Andreas Schlüter auf 280 Fuß erhöht und zu einem Glockenspiel umgebaut werden; die Münzwerkstatt war zu diesem Zeitpunkt bereits in die damalige Unterwasserstraße verlegt, und Friedrich I. suchte einen Ort für das Glockenspiel, das er für 20 000 Taler in Holland gekauft hatte. (Krieger, S.58)

Da der Boden zu sumpfig und zu damaliger Zeit wenig für einen Bau dieser Größe geeignet war, gab es schnell Schwierigkeiten.

    "Gleich beim Anfange des Baues merkte man in dem alten Turme einen Riß, welchen Schlüter auch dem Schloßhauptmanne zeigte. Aber er sollte dort fortfahren. Er nahm zwar alle Vorsicht, um Schaden zu verhindern, aber schon 1703 zeigten sich mehrere kleine Risse. Der Baumeister war nun zu weit, um zurückzugehen. Er veränderte zwar die ganze Anlage des Turms, um dem Fundamente mehr Ausdehnung und Festigkeit zu geben. Aber 1706 im Junius, da der Turm schon über die Hälfte aufgeführet war, wurden die Risse stärker. Man besorget den Einsturz des Turms, und er mußte schleunigst abgetragen werden." (Nicolai, S.126)
Schlüter verlor aufgrund dieses Vorfalls die Verantwortung für den königlichen Schlossbau; Eosander nahm seine Stelle ein.
 
 


http://www.zlb.de/schlossplatz/geschichte/wasserkunst.htm / Update: 15.3.00
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