Der Berliner Schlossplatz
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Bundesarchitektenkammer
Pressemitteilung
Berlin, 13. Januar 2000

Bundesarchitektenkammer:
Schlossplatz darf nicht privat vermarktet werden

Erklärung des Präsidiums der BAK zur Nutzung des Berliner Schlossplatzes

Die Bundesarchitektenkammer (BAK) begrüßt die Absicht der Bundesregierung, die zukünftige Nutzung des Berliner Schlossplatzes zu klären und für die architektonische Form der Bebauung einen Architektenwettbewerb zu veranstalten. Die BAK erwartet, dass in die von der Bundesregierung angekündigte Expertenkommission "Historische Mitte Berlin" überwiegend deutsche Stadtplaner und Architekten berufen werden.

Der Berliner Schlossplatz ist ein bedeutender Ort der deutschen Geschichte. Er war das politische Zentrum Brandenburgs, später Preußens, dann des Kaiserreichs und schließlich der DDR. Daraus und aus dem Art 14 GG "Eigentum verpflichtet" ergibt sich, dass die Bundesregierung und der Berliner Senat eine der historischen, kulturellen, politischen und städtebaulichen Bedeutung dieses Orts und dem Selbstverständnis unserer Republik angemessene zukünftige Nutzung und Bebauung festzulegen haben.

Deshalb überrascht die Ankündigung der Bundesregierung, das 1997/1998 gescheiterte Interessenbekundungsverfahren mit dem Ziel einer public-private-partnership wieder aufzunehmen. Über die Nutzung und Gestaltung des Berliner Schlossplatzes dürfen nicht Investoren und deren wirtschaftliche Interessen entscheiden. Vielmehr muss zuerst ein überzeugendes und verbindliches Nutzungskonzept beschlossen werden. Eine Entscheidung darüber kann erst nach einer breiten öffentlichen Diskussion von den Volksvertretungen Bundestag und Abgeordnetenhaus getroffen werden.

Frankreich hat am Beispiel des in diesen Tagen wiedereröffneten Centre Pompidou gezeigt, wie eine selbstbewusste Republik mit einer Aufgabe dieser Bedeutung umgeht. Die Vorstellung, das größte und reichste Land Europas wolle einen zentralen Ort seiner Hauptstadt einer privaten Vermarktung überlassen, ist peinlich. Die BKA fordert die Bundesregierung und den Berliner Senat auf, das Interessenbekundungsverfahren nicht fortzusetzen und die öffentliche Diskussion über diesen Ort zu eröffnen.

Bundesarchitektenkammer
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Dipl. Komm. Wirtin Susanne Boehnke
Askanischer Platz 4
10963 Berlin
 
 


http://www.zlb.de/schlossplatz/konzepte/bundesarchitektenkammer.htm / Update: 28.3.00
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