Der Berliner Schlossplatz
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Deutscher Werkbund Berlin e.V.
Pressemitteilung
15.12.1999

Die Mitte der Spreeinsel für die Republik !
Eine Aufforderung zur Beteiligung der Öffentlichkeit

Die Bundesrepublik Deutschland und Berlin besitzen den Boden, auf dem einmal das Berliner Stadtschloss stand. "Eigentum verpflichtet" nach Grundgesetz Art. 14, doch der letzte Bausenator veranlasste zu diesem Areal ein "Interessenbekundungsverfahren" für Investoren und gab noch nicht einmal über dessen Scheitern Auskunft. Nach der Koalitionsvereinbarung von CDU und SPD soll hier nun "die Verbindung der angestrebten Wiederherstellung der historischen Fassaden mit der Erhaltung denkmalwerter Teile des Palastes der Republik" in einem Wettbewerb geklärt werden. Vor jedem Wettbewerb zu irgendeiner "Verbindung" von Schlossfassade und Palastrest muss jedoch die neue Aufgabe der historischen Stadtmitte beschrieben und beschlossen werden.

Schon für den "Internationalen Ideenwettbewerb Spreeinsel" hatte der "Gemeinsame Ausschuss" von Regierung und Senat 1993 nur das banale Programm für ein Konferenzzentrum sowie "hochrangige kulturelle und anspruchsvolle gastronomische Nutzungen", dafür standen Palast der Republik und Staatsratsgebäude zur Disposition. Jetzt residiert der Bundeskanzler bis auf weiteres im ehemalige Staatsrat und der Palast der Republik wird ohne endgültige Beschlüsse "asbestsaniert". Im neuen Koalitionspapier aber steht zum Gelände des untergegangenen Schlosses nicht mehr, als dass es "Ort der Kultur, der Kommunikation und Verständigung" werden müsse. Stadt und Staat haben außer Hotel und Bibliothek noch immer kein Programm für das prominenteste Grundstück Berlins.

Seit die Hohenzollern 1443 diesen Bauplatz auf der Spreeinsel besetzten, entwickelte sich hier Brandenburgs, Preußens, Deutschlands politisches Zentrum. Seit 1895 repräsentierten Schloss- und Reichstagskuppel unterschiedliche Standorte auch über den Dächern der Stadt. 1999 fehlt die Vorstellung für ein neues politisches Gegengewicht auf der Spreeinsel, ein Programm für das Forum der Republik in der Mitte der Stadt. Die private Vermarktung dieses Areals durch weitere "Investorenauswahlverfahren" muss ausgeschlossen werden. Das Selbstverständnis einer - künftigen - "Berliner Republik" erfordert vor jedem Wettbewerb die öffentliche Erörterung des Nutzungs- und Bauprogramms für die Mitte der Spreeinsel in der Mitte Berlins, zu der folgende Institutionen beitragen wollen:

Akademie der Künste, Abteilung Baukunst
Architektenkammer Berlin
Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin
Bund Deutscher Architekten Berlin
Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure, Landesverband Berlin
Deutsches Institut für Urbanistik
Deutscher Werkbund Berlin
Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung
Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landschaftsplanung, Regionalgruppe Berlin-Brandenburg
 
 


http://www.zlb.de/schlossplatz/konzepte/werkbund.htm / Update: 28.3.00
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