Der Berliner Schlossplatz
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Project World Peace Ballroom

Initiative zur Definition der gesellschaftlichen Funktion und Nutzung des Schloßplatzes und des Palastes der Republik in Berlin

1. Die Vision des Palastes und einer friedlichen, liebevollen Welt

Was wäre, wenn in der Mitte der Hauptstadt ein vielfältig nutzbares internationales Bürger- und Kommunikationszentrum mit Medienanbindung, eine basisdemokratische Plattform für Nichtregierungsorganisationen, Kunst und Kultur existierte?

Was wäre, wenn an diesem zentralen, öffentlich stark frequentierten Ort eine permanentes internationales Forum für soziale, wirtschaftliche, kulturelle, ethische und spirituelle Themen entstünde, in dem die Vision der Freiheit der Gedanken und Worte derart Wirklichkeit wird, daß von BürgerInnen jenseits von Fraktionszwängen erarbeitete kreative Konzepte in Kooperation mit der Regierung umgesetzt würden?

Der Palast der Republik soll erhalten, ökologisch saniert und zu einem konkreten lebendigen Symbol der Werte gemacht werden, für die die deutsche Demokratie der Berliner Republik steht, in einem Europa der mündigen Bürger.

2. Motivation und Ziele:

Die drängenden Probleme unserer Zeit in den Bereich der Ökologie, des friedlichen sozialen und kulturellen Miteinanders und der Menschenrechte haben in Deutschland und anderen Ländern eine zu kleine Lobby, um den Herausforderungen zu Beginn des dritten Jahrtausends wirksam begegnen zu können, da Solidarität und Verantwortungsbewußtsein die Dimensionen einer Rentabilitätsrechnung überschreiten.

Der Austausch und die Verständigung zwischen Kulturschaffenden, Fachleuten aller Disziplinen, Forschungseinrichtungen, regional, national und international tätigen Organisationen und Gruppen und den Bürgern soll im Projekt World Peace Ballroom ein gemeinsames Plenum finden. Es gilt Bewußtsein für Probleme und Zusammenhänge zu schaffen und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und aufzuzeigen.

3. Die Bedeutung eines World Peace Ballroom für Berlin

Mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten ist ein drei Generationen dauerndes Stück deutscher Nachkriegsgeschichte zu Ende gegangen und ein neuer historischer Abschnitt mit großen Herausforderungen an die Politik, Wirtschaft aber auch an das Bewußtsein der Bürger hat begonnen.

Berlin stand während des kalten Krieges, besonders aber zur friedlichen Revolution 1989 in der DDR, zur Wiedervereinigung und als neue deutsche Hauptstadt im Brennpunkt nationaler und internationaler Aufmerksamkeit.

Viele Hoffnungen wurden geweckt, aber auch große Ängste formuliert bezüglich der künftigen Rolle Deutschlands im internationalen politischen und wirtschaftlichen Kontext, aber auch vor einem ungehemmten Kapitalismus, der nun seine Gegner verloren hatte.

Die Errichtung eines internationalen, öffentlichen, lebendigen Friedenszentrums in der Mitte der gesamtdeutschen Hauptstadt kann ein erlebbares, positives, integratives Zeichen für alle Bürger und Menschen aus dem In- und Ausland darstellen.

Der Palast der Republik als Ausdruck einer gesellschaftlichen Utopie kann - in Form und Funktion transformiert und transzendiert - weiterhin Fokus und Forum für gesellschaftliche Visionen, eine Zukunfts- und Ideenwerkstatt, sein. Als zentral gelegenes historisches Bauwerk und neu zu besetzendes Symbol der jüngeren deutschen Geschichte ist er dafür prädestiniert.

Die junge Generation, die nun dabei ist, aktiv an den immer komplexer werdenden Strukturen des sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens teilzuhaben, braucht einen Ort, wo sie kommunizieren, sich artikulieren und sich mit der deutschen und europäischen Geschichte vorbehaltlos auseinandersetzen kann.

Nur mit der objektiven, enttabuisierten Betrachtung der gesellschaftlichen Leistungen der DDR und dem Palast der Republik als steingewordenem Ausdruck ihres Demokratieverständnisses kann die Deutsche Einheit im Bewußtsein der Menschen wirklich vollendet werden.

4. Wie sieht ein World Peace Ballroom aus?

Bergiffserklärung: In der hinduistischen Tradition ist ein "Ballroom" ein heiliger Ort der Begegnung, ein Tempel, in dem Politik, Handel, Kultur und Gottesverehrung unter einem Dach zusammenfinden - eine Ganzheitlichkeit, die dem separierenden, individualisierten Denken des Westens fehlt.

Ort der größtmöglichen Öffentlichkeit und der Kommunikationskultur

  • allgemein zugänglicher Begegnungsraum im Zentrum der Metropole
  • Ort der Medienpräsenz
  • Ort des öffentlichen Nachdenkens
  • Ort der Bewußtseins- und Meinungsbildung
  • Entwicklung von allgemein zugänglichen Strukturen zur demokratischen Organisation der Öffentlichkeit
  • Verständigung von Mensch zu Mensch jenseits ideologischer, ethnischer, sozialer und räumlicher Grenzen, unterstützt von moderner Kommunikationstechnik
  • Aufweichen von polarisierenden Denkmustern zugunsten der Wiederbelebung der Kooperation mit Fokus auf den gemeinsamen menschlichen Nenner.
Zentrum des Informationsaustausches
  • Ort der Informationsfreiheit
  • Parlament der Nicht-Regierungs-Organisationen zu bestimmten Themen (z.B. Ökologie, Ökonomie, Menschenrechte)
  • Bündelung, Weitergabe, Veröffentlichung von Information
  • Bibliothek, Mediathek
Ort der Kultur
  • Treffpunkt und Ort der Selbstdarstellung aller kreativen Menschen
  • temporäre und ständige kulturelle und künstlerische Veranstaltungen
  • Kunstausstellungen
  • Konzerte
  • Theatervorstellungen
  • Filme
  • Feste
  • Gastronomie
Ort der verwirklichten Menschenrechte
  • Der Mensch steht als handelndes und verantwortliches Wesen im Mittelpunkt.
  • Seine Würde und die, der funktionierenden sozialen Gemeinschaft ist unantastbar und ein höheres Gut als der individuelle monetäre Profit.
  • Der Mensch trägt als Faktor des Geschehens, der sich seines Handelns bewußt ist, die Verantwortung für die Ökologie des Gesamtsystems.
5. Zusammenfassung

Die Vision eines politischen Ortes, wo sich jenseits von Parteihierarchien und Lobbyismus ganzheitliche Problemlösungen erarbeitet werden, wo klare Stellung gegen Gewalt und Machtmißbrauch in jeder Form, Krieg, Umweltzerstörung und destruktive Wirtschaftspolitik bezogen wird.

Ein kulturell-politisches Parlament, das die Möglichkeiten der modernen Mediengesellschaft für alle zugänglich macht und nutzt, um der Vision vom friedlichen globalen Dorf näher zu kommen.

Ein Parlament der Netzwerke, wo jeder zu Wort kommt, der was zu sagen hat, in dem Feste stattfinden, Musik und Kunst in ihrer politischen Dimension gewürdigt werden und Kinder willkommen sind.

Der World Peace Ballroom als wichtige, überfällige Ergänzung des politischen Systems, in dem lösungsorientiert, flexibel und konstruktiv auf die politischen Anforderungen der gesellschaftlichen Veränderungen und Umbrüche eingegangen werden kann, als eine Fabrik der Kommunikation und Synergie, als ein Umschlagplatz des gesellschaftlichen Evolutionsprozesses.

Der erste basisdemokratische, globalpolitische Ort der menschlichen Werte im Informationszeitalter, eine große Zukunftswerkstatt im Herzen von Berlin.

6. Die Initiatoren

Am 14.1.1999 hat sich das Projekt World Peace Ballroom im Haus der Demokratie in Berlin offiziell als Bürgerinitiative gegründet.

Seit dem 1.8.1999 besteht die Aktionsgruppe PALAST, die sich im Internet und mit künstlerischen Aktionen um die Veröffentlichung und Verwirklichung des Projektes World Peace Ballroom einsetzt.

Wir verstehen uns als interdisziplinäres, offenes Netzwerk und integrativer Fokus verschiedener Interessen bezüglich der künftigen Bedeutung des Berliner Stadtzentrums. Wir haben uns aus Interesse um die gesellschaftliche Funktion der Berliner Mitte, nämlich dem Schloßplatz und dem seit 1990 brachliegenden Palast der Republik zusammengefunden.

Wir bekennen uns zum deutschen Staat in seiner heutigen Form und zu seinem Grundgesetz, sind aber der Auffassung, daß für die Verwirklichung der in ihr garantierten Werte noch viel getan werden muß.

7. Derzeitige Aktivitäten:

  • Ausarbeitung des Projektkonzeptes
  • Entwerfen der Internetprästentation
  • Werbung und Vernetzung der Unterstützer
  • Unterschriftensammlung
  • Sponsorensuche
Ansprechpartner: Andrea Ueberschaer Mail: womanage@t-online.de
Marsel Meissner Mail: odiphaeres@hotmail.com

Ein Projekt der Workstation - Ideenwerkstatt Berlin e.V. http://www.snafu.de/~workstation
Naunynstraße 27, 10997 Berlin, fon: 030/616 599 07, fax: -06 mail: work.station@berlin.de

Bankverbindung:
Workstation - Ideenwerkstatt e.V.
Kontonummer 581 023 9001, Berliner Volksbank, Bankleitzahl 100 900 00
Kennwort "UNO von unten"

Der Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Endgültigkeit und wird gemäß unseren aktuellen Erkenntnissen modifiziert.

Copyright bei Andrea Ueberschaer, Stand 13.3.2000
 
 


http://www.zlb.de/schlossplatz/konzepte/wpb.htm / Update: 14.3.00
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